Armenischen Nachnamen beantragen

Ihr seid Armenier oder habt armenische Wurzeln, jedoch keinen armenischen Nachnamen?

Leider ist dieser Fall aus verschieden Gründen, bei einer relativ großen Anzahl von Armeniern, der Fall.  Doch das muss nicht so bleiben!!!

Bei den Armeniern aus der heutigen Türkei z.B. hatte die türkische Regierung unter ihrem Führer Mustafa Kemal Atatürk im Jahre 1924 eine zwangsweise Einführung von türkischen Nachnamen verordnet. Die Armenier, die eigene Nachnamen hatten, mussten daher die ihnen durch die türkische Obrigkeit angeordneten Nachnamen annehmen.

Das bedeutet, dass eine Namensänderung nicht freiwillig geschah, sondern von den Machthabern erzwungen wurde. Die armenische Bevölkerung musste sich dem beugen.

Aber auch bei den Armeniern aus dem Iran, Russland oder anderen Ländern kam es zu Situationen, in dem sie ihren eigentlichen Nachnamen verloren.

Zum Glück leben wir heute in Deutschland bzw. Europa und es besteht die Möglichkeit seinen armenischen Nachnamen wieder zurück zu bekommen!!!

Wir erklären euch Schritt für Schritt wie es geht:

  1. Ihr geht zum Bezirksamt in dem ihr gemeldet seid und lasst euch einen „Antrag auf Änderung des Familiennamens“ geben.
  2. Diesen füllt ihr aus und begründet den Wunsch auf Änderung. Für eine ausführliche Begründung haben wir Begründung des Antrags auf Namensänderung 2
  3. Um die Genehmigung der Änderung zu unterstützen lasst ihr euch von der „Diözese der armenischen Kirche in Deutschland“ Kontakt: ( Allensteiner Str. 5, 50735 Köln, Tel.: 0221/ 7126223 – 71500397, armenische_dioezese@hotmail.com ) ein Schreiben ausfertigen, in dem sie ebenfalls eure Situation bestätigt.
  4. damit der Nachnamenänderung quasi nichts mehr entgegenzusetzen ist, lasst ihr euch von eurem betreuenden Hausarzt ein Attest schreiben, in dem er darauf hinweist, dass ihr euch unter eurem türkischem/iranischem/russischem etc. Nachnamen psychisch sehr belastet fühlt.
  5. Diese ganzen ausgefüllten Unterlagen bringt ihr dann zusammen mit eurem
  • Personalausweis
  • Geburtsurkunde
  • Verdienst.(Lohnabrechnung/Einkommensteuerbescheid  oder aktueller Schulbescheinigung
  • Einbürgerungsurkunde (eigene oder der Eltern)

Im Original und 1 Kopie zum Bezirksamt zurück und dann sollte einer Genehmigung des Standesamtes für euren alten neuen Nachnamen nichts mehr im Wege stehen.

Wir wünschen euch allen viel Erfolg dabei und stehen bei Fragen (info@hayfm.de) gerne zur Verfügung.

Info:

Ein interessanter aktueller Artikel über den Verbot von nicht-türkischen Nachnamen in der Türkei:  http://www.suryoyonews.com/index.php?option=com_content&view=article&id=471:verbotes-von-nicht-tuerkischen-nachnamen&catid=61:news&Itemid=157

 

2018-01-24T00:08:14+00:00 1. Januar 2013|Kategorien: Artikel der Woche|